Christian Weikusat
La Coeur
einst lag meine Seeleverschlossen
im Innern einer schwarzen Truhe
gemauert
in ein Grab moosgrüner Felsen
vereinsamt
an der Quelle meines Bewusstseins
und schlief
doch dann spiegelte sich
der Mond
auf den sanften Wellen des Quellteiches
und wo sein Glanz den Stein berührte
quollen Tränen hervor
rubinrot und funkelnd benetzten sie das Moos
und meine Seele
so lange in der Dunkelheit gefangen
erwachte
pulsierend und leuchtend
erhob sie sich aus ihrem Traum
verbrannte mit silbernem Feuer
die Trümmer ihres Kokons
dehnte sich aus
und sang
wie der Klang einer gewaltigen Glocke
traf ihre Melodie
Felsen
Bäume
Wasser
die verwittert und brüchig
in Erinnerung an ein totes Leben
nun in Schwingung versetzt
splitterten
und selbst der samtschwarze Himmel zersprang
und begrub die Welt
unter Scherben
nun liegt meine Seele
verschlossen
in Finsternis
begraben
unter scharfkantigen Trümmern
verlassen
in der leeren Einöde meines Herzens
und schläft