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Roman Stumm

Durch die Zähne (gedacht)

Spinnige Flecken, Tränen atmend,
der Abriß schwer die Straße schlürft.
Ist füßlich lang schon nirgends da,
nur trocken Leder zum Gebeiß,
erhält kein Mehr bloß Schleim und Schweiß.
So schaut er trüb auf Andrer' Wühlen,
auf Haben und vermehrt Verzehren.
Seht Euch nur vor, denn zahmes Leiden
kann er nicht länger fühlen.
Wenn tröpfelt die Gelegenheit,
er sie sich greift und mit sich schleift.
Ist diese Maske erst gefallen, dann seht
es fratzt und welkt fortan
bis es auch Dich, Du schlafes Wollen,
verzerrt zernimmt und nimmer läßt.
Drum weniger versucht zu mehren,
armt ihm entgegen, helflich, bang,
damit Ihr weiter könnet zehren
von ihm und seinesgleichen,
noch einen Sommer lang.

(Okt. 2006)